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Wallgau
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Wallgau ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Sie gehört mit Garmisch-Partenkirchen als Kreishauptort und kulturellem Zentrum sowie weiteren Gemeinden zum Werdenfelser Land. Wenige Kilometer entfernt verlĂ€uft sĂŒdlich die deutsch-österreichische Grenze.

Wallgau bildet zusammen mit KrĂŒn und Mittenwald den Tourismusverbund Alpenwelt Karwendel, der die Region ganzjĂ€hrig als Ausgangspunkt fĂŒr Sport- und FreizeitaktivitĂ€ten wie Wandern und Skilanglauf vermarktet. Die Gemeinde zĂ€hlt gut 1500 Einwohner.

Contents

‱ Geographie
‱ Geschichte
‱ Politik
‱ Gemeinderat
‱ Wappen
‱ Sport
‱ Verkehr
‱ Bildung
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Geographie

Wallgau liegt im Oberen Isartal etwa 14 Kilometer östlich von Garmisch-Partenkirchen und gehört zum Werdenfelser Land in der Region Oberland.

Neben Mittenwald und KrĂŒn ist Wallgau die nördlichste der drei Gemeinden im Oberen Isartal, die sich zur Alpenwelt Karwendel touristisch zusammengeschlossen haben. Gemeinsam mit KrĂŒn befindet sich die Gemeinde an der Grenze der Gebirgsgruppen Bayerische Voralpen im Norden und Karwendel im SĂŒden. Den Ort ĂŒberragt im SĂŒdosten die Schöttelkarspitze mit 2050 m ĂŒ. NHN. der zu Mittenwald gehörenden Soierngruppe, wĂ€hrend im Nordwesten das durchschnittlich etwa 2000 m ĂŒ. NHN hohe Estergebirge mit dem Schafkopf (1310 m ĂŒ. NHN) und dem Hausberg Krepelschrofen (1160 m ĂŒ. NHN) als AuslĂ€ufer direkt oberhalb des Ortes verlĂ€uft. In sĂŒdwestlicher Richtung dominiert optisch das Wettersteingebirge, dessen Kamm zusammen mit dem Karwendel die Grenze zu Österreich bildet.

Zu Wallgau gehört als Gemeindeteil der westliche Teil des Weilers Obernachcite-ref-2[2]cite-ref-3[3] mit den beiden Gehöften Öttl und Wolf. Sie liegen sĂŒdlich von Einsiedl unmittelbar an der ostwĂ€rtigen Grenze des Landkreises; postalisch gehören sie – wie auch der östliche Teil – zum Ort Walchensee. Politisch gehört der östliche Teil von Obernach zur Gemeinde Jachenau.

Im SĂŒdosten erstreckt sich die Isar, deren Flussbett seit dem Bau der IsarĂŒberleitung zu Walchensee und Walchenseekraftwerk zu Beginn des 20. Jahrhunderts nahezu ausgetrocknet ist bzw. nur mit einer Mindestmenge beschickt wird. Der Überleitungskanal fließt ausgehend vom Stauwehr KrĂŒn durch Wallgau in einen Tunnel nahe dem Ortszentrum zum nördlich gelegenen Sachensee, von dort wiederum im Tunnel zum Kraftwerk Obernach am Walchenseeufer, ĂŒberschĂŒssige Mengen fließen im Obernachkanal ab. SĂŒdlich der Ortschaft verlĂ€uft der Finzbach. Das Isartal ostwĂ€rts bildet den westlichen Zugang zum Isarwinkel.

Geschichte

Bis zur GemeindegrĂŒndung

Die Entwicklung des Ortes ist mit der Geschichte des Werdenfelser Landes eng verknĂŒpft. Wallgau wurde erstmals im Jahr 763 als walhogoicite-ref-4[4] in der GrĂŒndungsurkunde des Klosters Scharnitz (scarantia) erwĂ€hnt.cite-ref-geschichte-5-0[5] Der „Gau der Walchen“ oder „Welschen“ bot römischen Siedlern und LegionĂ€ren zur Bewahrung ihrer Tradition nach dem Verfall der Provinz Raetia Zuflucht vor den Bajuwaren. Zehn Jahre spĂ€ter wurde das Kloster wegen seiner unwirtlichen Lage mit Kloster Schlehdorf vereinigt.

Im Mittelalter gehörten große Teile des Werdenfelser Landes den Grafen von Eschenlohe, deren Adelsgeschlecht Verbindungen zu den Grafen von Andechs – eine der bedeutendsten Adelsfamilien im Heiligen Römischen Reich – hatte. 1294 verkaufte Graf Berthold III. von Eschenlohe seinen Besitz aufgrund fehlender mĂ€nnlicher Nachkommen an das Hochstift Freising; die „reichsunmittelbare, fĂŒrstbischöfliche Freising’sche Grafschaft Werdenfels“ mit der 1180 von Herzog Otto von Wittelsbach errichteten Burg Werdenfels als Verwaltungsmittelpunkt entstand.cite-ref-geschichte-5-1[5] Wallgau unterstand damit der Freisinger Landesherrschaft. Gleichzeitig unterstand es aber auch der Grundherrschaft des Klosters Benediktbeuern, das im 13. Jahrhundert seinen Einflussbereich nach SĂŒden ausdehnte und beim heutigen KrĂŒn und Wallgau roden und siedeln ließ.cite-ref-6[6] Im Jahr 1294 wurde der Ort als walgaw im Salbuch des Klosters Benediktbeuerncite-ref-7[7] mit zwei zum Kloster gehörenden Schwaigen (vaccariae) urkundlich erwĂ€hnt. 1491 benötigte das Kloster wegen des Klosterbrandes im Vorjahr erhebliche Mittel fĂŒr den Wiederaufbau und verĂ€ußerte Wallgau zusammen mit dem Nachbarort KrĂŒn (geruen) an das Hochstift Freising. Damit wurde ein altes Streitobjekt zwischen der Grafschaft Werdenfels und dem Kloster Benediktbeuern bereinigt.

Die Kontrolle der Handelsstraßen nach Italien sowie die Förderung von Silber- und Erzvorkommen verhalf einem Großteil der Bevölkerung zu Wohlstand und brachte der Grafschaft den Beinamen Goldenes Landl ein. Obwohl Wallgau mit der auch als Pilgerweg nach Santiago de Compostela genutzten Straße Via Regia ad Tyrolensis et Italos ĂŒber den Kesselberg hinab nach Kochel am See an die Verkehrsadern der damaligen Zeit angebunden war, berĂŒhrte der wirtschaftliche Aufschwung die Ortschaft kaum. Stattdessen waren die Einwohner mit der Bestellung der kargen Äcker, der Holzverarbeitung und der im 12. Jahrhundert einsetzenden FlĂ¶ĂŸerei auf der Isar beschĂ€ftigt. Zu jener Zeit wuchs die Bedeutung der Wasserstraßen als Handelsverbindungen, da die Landwege aufgrund von Wegelagerern als unsicher galten. Die FlĂ¶ĂŸe transportierten neben Personen auch einheimische Erzeugnisse, darunter Marmorsteine, Kreide, Holzkohle und gebrannten Kalkstein. Im 15. Jahrhundert beförderte die als Wasserrott bezeichnete Vereinigung von FlĂ¶ĂŸern erstmals Waren aus Italien nach MĂŒnchen und ĂŒber die Donau weiter nach Österreich und Ungarn. 1922 fuhr das letzte Floß von Wallgau aus die Isar hinab, bevor dem Fluss das Wasser zum Betrieb des Walchenseekraftwerkes entzogen wurde.cite-ref-8[8] Seit 1990 wird ein Teil des Wassers in das Flussbett zurĂŒckgeleitet.

Infolge des Spanischen und Österreichischen Erbfolgekrieges zu Beginn des 18. Jahrhunderts mit ÜberfĂ€llen aus dem angrenzenden Tirol sowie der Napoleonischen Kriege verarmte die Bevölkerung. Am 19. August 1802 besetzte kurbayerisches MilitĂ€r mit einem Korporal und sechs Gemeinen Wallgau. Offiziell ging Wallgau im Zuge der mit dem Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803 verbundenen SĂ€kularisation in den Besitz des KurfĂŒrstentums Bayern ĂŒber.cite-ref-9[9] In den Jahren 1808 bis 1818 entwickelte sich auf Grund mehrerer Gemeindeedikte des nunmehrigen Königreichs Bayern Wallgau als politische Gemeinde.

20. und 21. Jahrhundert

Anfang des 20. Jahrhunderts brachte der noch als Sommerfrische bezeichnete Tourismus die ersten GĂ€ste nach Wallgau.

Einwohnerentwicklung

Die Bevölkerung Wallgaus stieg seit Mitte des 19. Jahrhunderts von knapp 300 Einwohnern kontinuierlich an und erreicht gegenwĂ€rtig mehr als den fĂŒnffachen Wert. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es den grĂ¶ĂŸten Zuwachs. Zwischen 1987 und 2007 wuchs die Gemeinde um 341 Einwohner (29,1 Prozent).cite-ref-stat-10-0[10]

Ende 2021 ĂŒberwog der Anteil der mĂ€nnlichen Einwohner mit 50,7 Prozent leicht. Zudem waren gemĂ€ĂŸ Altersstruktur 881 Einwohner und damit mehr als die HĂ€lfte 40 Jahre und Ă€lter.cite-ref-stat-10-1[10]

| Jahr | Einwohner | | Jahr | Einwohner |
|---|---|---|---|---|
| 1840 | 274 | | 2012 | 1404 |
| 1871 | 265 | | 2013 | 1420 |
| 1900 | 367 | | 2014 | 1434 |
| 1925 | 599 | | 2015 | 1458 |
| 1939 | 625 | | 2016 | 1485 |
| 1950 | 913 | | 2017 | 1511 |
| 1961 | 942 | | 2018 | 1505 |
| 1970 | 1171 | | 2019 | 1529 |
| 1987 | 1170 | | 2020 | 1531 |
| 2011 | 1380 | | 2021 | 1520 |

| Altersgruppe | insgesamt | mÀnnlich | weiblich |
|---|---|---|---|
| unter 6 | 97 | 46 | 51 |
| 6–15 | 116 | 66 | 50 |
| 15–18 | 41 | 25 | 16 |
| 18–25 | 109 | 55 | 54 |
| 25–30 | 100 | 59 | 41 |
| 30–40 | 176 | 95 | 81 |
| 40–50 | 170 | 79 | 91 |
| 50–65 | 356 | 185 | 171 |
| ĂŒber 65 | 355 | 160 | 195 |
| Gesamt | 1520 | 770 | 750 |

Stand: Ende 2021
Quelle: Bayerisches Landesamt fĂŒr Statistik und Datenverarbeitung

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus zwölf Mitgliedern, die fĂŒr eine Amtsperiode von sechs Jahren gewĂ€hlt werden.

Die Gemeinderatswahl vom 15. MĂ€rz 2020 hatte eine Wahlbeteiligung von 70,28 Prozent und fĂŒhrte zu folgender Sitzverteilung im Rathaus:

| Partei | Stimmenanteil | ± | Sitze | ± |
|---|---|---|---|---|
| Wallgauer WĂ€hlerverein | 46,1 % | +14,7 | 6 | +2 |
| CSU / Freie UnabhĂ€ngige WĂ€hlergemeinschaft | 33,6 % | −9,0 | 4 | −1 |
| Junge Mitarbeiter | 20,3 % | −5,7 | 2 | −1 |
| Gesamt | 100 % | | 12 | |

±: VerÀnderung zu 2014 Quelle: Landratsamt Garmisch-Partenkirchen

BĂŒrgermeister

Erster BĂŒrgermeister ist seit Mai 2020 Bastian Eiter (Wallgauer WĂ€hlerverein). Dieser wurde 2020 im Rahmen der Kommunalwahlen in Bayern mit 83,5 Prozent der Stimmen gewĂ€hlt.

Wappen

Siehe auch

:

Liste der Kommunalwappen mit der Jakobsmuschel in Deutschland

Kultur und SehenswĂŒrdigkeiten

Siehe auch

:

Liste der BaudenkmÀler in Wallgau

Pfarrkirche Sankt Jakob

→

Hauptartikel

:

St. Jakob

Der Bau der ersten Kirche erfolgte im Jahr 1295. An gleicher Stelle entstand im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts eine neue Saalkirche im gotischen Baustil. Der Chor und das Sanktuarium blieben bis in die Gegenwart erhalten und bilden das Ă€lteste GebĂ€ude in Wallgau.cite-ref-12[12] Der barocke erste Kirchturm mit Zwiebelhaube wurde 1680 errichtet. Mit der Erneuerung des Kirchturmes 1723/1724 begannen weitere Umbauarbeiten, die auch den 1735 gemalten Kreuzweg umfassten. Weitere Aus- und Umbauten zur Erweiterung des LĂ€ngsschiffes und VergrĂ¶ĂŸerung des Gemeinderaumes folgten im 19. und 20. Jahrhundert. Die letzte umfassende Innen- und Außenrestaurierung mit anschließender Erneuerung der technischen Anlagen fand 1988 statt. Im Mai 2007 wurde die alte Orgel aus den 1950er-Jahren durch eine neue mit 14 Registern ersetzt.

Die Kirche befindet sich in der Ortsmitte von Wallgau unweit des Dorfplatzes und dient neben den Gottesdiensten auch als Veranstaltungsort fĂŒr Konzerte und Lesungen. Auf dem Friedhof, der das GebĂ€ude zur HĂ€lfte umschließt, befindet sich eine 1896 errichtete Lourdesgrotte und eine vom Veteranen- und Kriegerverein gestiftete Ehrenglocke.

Seit Juni 2010 gehört Wallgau zum neuen Jakobsweg Isar–Loisach–Leutascher Ache–Inn, der den MĂŒnchner, den Tiroler und den SĂŒdostbayerischen Jakobsweg verbindet.cite-ref-13[13]

LĂŒftlmalerei und Gasthof „Zur Post“

Die Handwerkskunst der LĂŒftlmalerei ist seit dem 18. Jahrhundert ĂŒberwiegend im Werdenfelser Land sowie in Tirol verbreitet und wird bis in die Gegenwart praktiziert. In Wallgau schmĂŒcken neben religiösen Motiven insbesondere historische Darstellungen mit erzĂ€hlendem Charakter – unter anderem aus der Zeit der FlĂ¶ĂŸerei – viele HĂ€userfassaden. Beispielhaft ist der 1621 von Simon Niggl errichtete Gasthof Zum alten Wirt mit Fresken des Mittenwalder LĂŒftlmalers Franz Karner aus dem Jahr 1763.cite-ref-14[14]

Der 1907 als ErgĂ€nzung zum alten Gasthof entstandene Neubau trĂ€gt gegenwĂ€rtig den Namen Hotel Zur Post. Als erste Postlinie verkehrte ab 1665 die Thurn und Taxis’sche reitende Post, die 1760 von der fahrenden Personenpost abgelöst wurde.cite-ref-geschichte-5-2[5] Am 7. September 1786 fuhr der Dichter Johann Wolfgang von Goethe auf seiner Reise nach Italien mit der Postkutsche durch Wallgau und kehrte im Gasthof ein.cite-ref-geschichte-5-3[5] Auch Heinrich Heine machte dort 30 Jahre spĂ€ter Rast. Zu den prominenten GĂ€sten der jĂŒngeren Geschichte gehörten Politiker und Persönlichkeiten der Unterhaltungsbranche, darunter die US-amerikanischen Schauspieler Richard Burton und Elizabeth Taylor.cite-ref-15[15]

Brauchtum und Kultur

Die Brauchtumspflege in Wallgau basiert auf gesellschaftlichen Traditionen, die auch in anderen Gemeinden Oberbayerns und speziell im Werdenfelser Land ĂŒblich sind.

Zu den regelmĂ€ĂŸigen Ereignissen religiösen Ursprungs gehören die Prozessionen zum Palmsonntag und Fronleichnam im FrĂŒhjahr, das Johannifeuer auf nahegelegenen Berggipfeln am Vorabend des Johannistages Ende Juni und Messen am benachbarten Simetsberg.cite-ref-16[16] Mit Mittenwald verbindet Wallgau die UmzĂŒge zur Faschingszeit, insbesondere das Tragen charakteristischer Holzlarven. Die oft jahrhundertealten und in Familienbesitz befindlichen Gesichtsmasken sind EinzelstĂŒcke. Im Sommer geben die Wallgauer Dorfabende mit Schuhplattler-, Gesangs- und Musikeinlagen ebenso einen Einblick in die Lebensweise der Bevölkerung, wie VorfĂŒhrungen des 1920 ins Leben gerufenen Trachtenvereins und des mit Laiendarstellern besetzten Bauerntheaters.cite-ref-17[17]cite-ref-18[18]

Die Musikkapelle Wallgau wurde im November 1948 gegrĂŒndet, nachdem bereits seit 1920 eine erste Formation existiert hatte. GegenwĂ€rtig gehört das etwa 35 Mann umfassende Blasorchester zum festen Bestandteil des örtlichen Kulturlebens. In der Hauptsaison gibt das in einheimischer Tracht auftretende Ensemble jeden Freitag ein Kurkonzert. Mit der Produktion von TontrĂ€gern, diversen Auszeichnungen bei Landes- und Bundeswettbewerben sowie Rundfunkaufnahmen und Fernsehauftritten – unter anderem im Musikantenstadl – erlangte die Kapelle auch ĂŒberregionale Bedeutung. Das Repertoire reicht von traditionellen Liedern hin zu modernen Werken.cite-ref-19[19]

Über das Brauchtum hinaus ist Wallgau Austragungsort fĂŒr weitere kulturelle Veranstaltungen. Die AuffĂŒhrungen finden ĂŒberwiegend im Kurhaus Haus der Gastes statt. Der Veranstaltungssaal mit angeschlossener Gastronomie fasst bis zu 350 Personen.cite-ref-20[20]

Sport

Die Gemeinde Wallgau verfĂŒgt mit dem Skiclub Wallgau, dem Golf- & Landclub Karwendel, der SchĂŒtzengesellschaft Wallgau sowie einem EisschĂŒtzenverein und einer Modellflugsportgruppe ĂŒber mehrere Sportvereine.

Der Skiclub Wallgau (kurz: SC Wallgau) wurde im Dezember 1950 gegrĂŒndet.cite-ref-21[21] Er ist in die Sparten Alpin und Nordisch unterteilt. Der Neun-Loch-Platz des 1992 gegrĂŒndeten Golf- & Landclubs Karwendel befindet sich am östlichen Ortsrand auf dem ehemaligen Flussbett der Isar an der Risser Straße.cite-ref-22[22]

DarĂŒber hinaus gilt das Obere Isartal als eines der Zentren fĂŒr den touristischen Breitensport in Deutschland. Der Tourismusverbund Alpenwelt Karwendel wurde im Januar 2008 auf der Messe CMT in Stuttgart als beliebteste Wanderregion 2007/08 ausgezeichnet.cite-ref-23[23] FĂŒr Wintersportler existiert ein insgesamt etwa 150 Kilometer langes Loipennetz.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft

Im Jahre 2021 gab es 222 sozialversicherungspflichtig BeschĂ€ftigte am Arbeitsort, davon 88 im Handel, Verkehr und Gastgewerbe, 44 bei Unternehmensdienstleistern sowie 31 bei öffentlichen und privaten Dienstleistern. Im Bereich der Land- und Forstwirtschaft sowie im produzierenden Gewerbe lagen keine Angaben vor. Mit 556 BeschĂ€ftigten am Wohnort hatten viele Einwohner ihren Arbeitsplatz außerhalb der Gemeinde.cite-ref-stat-10-2[10]

Im Bauhauptgewerbe waren sechs Betriebe gemeldet. Im Jahr 2020 existierten zudem 17 landwirtschaftliche Betriebe, davon neun mit einer NutzflĂ€che von fĂŒnf bis unter zehn Hektar. Die landwirtschaftlich genutzte FlĂ€che betrug insgesamt 332 Hektar bei einer GemeindegebietsflĂ€che von 3396 Hektar (Anteil: 9,8 Prozent). In Sachen Tierhaltung ĂŒberwog der Bestand an Rindern gegenĂŒber Schafen, Pferden und HĂŒhnern deutlich.cite-ref-stat-10-3[10]

26 grĂ¶ĂŸere Beherbergungsbetriebe (einschließlich CampingplĂ€tze) mit 527 angebotenen GĂ€stebetten und 56.054 GĂ€steĂŒbernachtungen im Jahr 2021 belegen die Bedeutung des Fremdenverkehrs fĂŒr die Gemeinde. Hinzu kamen weitere 56.717 Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben mit weniger als zehn GĂ€stebetten (einschließlich Privatquartiere), wobei die Zahlen in den von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie geprĂ€gten Jahren 2020 und 2021 deutlich rĂŒcklĂ€ufig waren.cite-ref-stat-10-4[10]

Die Gemeindesteuereinnahmen beliefen sich 2021 auf gut 1,7 Millionen Euro und erreichten ebenso wie die Bruttoausgaben mit ĂŒber 5,4 Millionen Euro einen neuen Höchststand.cite-ref-stat-10-5[10]

Verkehr

Wallgau liegt an der Deutschen Alpenstraße. Durch die Gemeinde verlĂ€uft die Bundesstraße 11 in nördlicher Richtung zum Walchensee und weiter nach Kochel am See. Richtung SĂŒden endet sie in der Nachbargemeinde KrĂŒn und mĂŒndet dort in die Bundesstraße 2. Die Bundesstraße 11 wechselt innerhalb Wallgaus den Namen und heißt auf dem Abschnitt zwischen sĂŒdlichem Ortseingang und Dorfplatz Mittenwalder Straße, im nördlichen Abschnitt Walchenseestraße. DarĂŒber hinaus fĂŒhrt eine Mautstraße entlang der Isar ostwĂ€rts von Wallgau nach Vorderriß mit Anschluss zum Sylvensteinspeicher und nach Lenggries.

Wallgau ist in den Regionalverkehr Oberbayern integriert. Neben dem Linienbusverkehr richtete der Tourismusverbund Alpenwelt Karwendel seit Mai 2010 einen GÀstebus als zusÀtzlichen Service ein, der im Sommer die Wanderwege und im Winter die Skigebiete sowie Langlaufloipen anfÀhrt.

Der nĂ€chstgelegene Anschluss an das Regionalbahnnetz der Deutschen Bahn besteht im fĂŒnf Kilometer sĂŒdwestlich gelegenen KrĂŒner Gemeindeteil Klais. Bis 2007 war der Bahnhof an die InterCity-Strecke zwischen MĂŒnchen und Innsbruck angebunden. Seit 1912 verbindet die ebenfalls durch Klais fĂŒhrende Mittenwaldbahn Garmisch-Partenkirchen mit Innsbruck. Das etwa 17 Kilometer nordöstlich gelegene Kochel am See ist Ausgangspunkt fĂŒr Reisen mit der Kochelseebahn ĂŒber Tutzing nach MĂŒnchen.

Bildung

Im Jahr 2022 gab es eine KindertagesstĂ€tte mit neun tĂ€tigen Personen, 55 genehmigten PlĂ€tzen und 47 betreuten Kindern. In der einzigen öffentlichen Volksschule Wallgau-KrĂŒn unterrichteten sieben LehrkrĂ€fte 114 SchĂŒler in sechs Klassen.cite-ref-stat-10-6[10]

Persönlichkeiten

Die 1987 in Garmisch-Partenkirchen geborene ehemalige Biathletin Magdalena Neuner lebt seit ihrer Kindheit in Wallgau. Sie war bereits als Juniorin erfolgreich und debĂŒtierte 2006 im Weltcup. Zu ihren grĂ¶ĂŸten Erfolgen zĂ€hlen der Doppelsieg bei den Olympischen Winterspielen 2010, der dreifache Triumph im Gesamtweltcup 2007/2008, 2009/2010 und 2011/2012 sowie insgesamt zwölf Weltmeistertitel. Neben diversen Auszeichnungen gewann sie 2007, 2011 und 2012 die Wahl zur Sportlerin des Jahres. Im Mai 2010 wurde sie zur EhrenbĂŒrgerin Wallgaus ernannt. Die als bodenstĂ€ndig und heimatverbunden geltende Sportlerin trug insbesondere wĂ€hrend ihrer aktiven Karriere auch zur touristischen Vermarktung der Gemeinde bei.cite-ref-24[24] Sowohl eine Langlaufloipe als auch ein Wanderweg tragen ihren Namen.

Der Schauspieler und Synchronsprecher Klaus Guth lebte von 1968 bis 2018 ebenfalls in Wallgau.cite-ref-25[25] Guth begann seine Karriere am Theater und wirkte seit Anfang der 1980er Jahre in mehreren Fernsehfilmen und -serien mit, darunter Ein Fall fĂŒr zwei, Monaco Franze – Der ewige Stenz und Der Bulle von Tölz. Als Synchronsprecher lieh er unter anderem Christopher Lee und John Cleese seine Stimme. In seinem Heimatort trat er regelmĂ€ĂŸig bei Lesungen im Rahmen der Veranstaltungsreihe Wallgauer KulturfrĂŒhling auf.

Literatur

‱ Alpenwelt Karwendel (Hrsg.): Alpenwelt Karwendel: Mittenwald, KrĂŒn, Wallgau. Texte: Robert Hauke, Fotografien: Florian Werner. Edition Alpenblick & Seenland, Uffing am Staffelsee 2009, ISBN 978-3-9809151-4-4, S. 120.

Weblinks

Commons

: Wallgau

– Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Wikivoyage: Wallgau

– ReisefĂŒhrer

‱ Offizielle WebprĂ€senz der Gemeinde Wallgau
‱ Inoffizielle BĂŒrgerinformation fĂŒr Wallgau
‱ Wallgau: Amtliche Statistik des Bayerischen Landesamtes fĂŒr Statistik
‱ Literatur von und ĂŒber Wallgau im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Einzelnachweise

cite-note-metadaten-einwohnerzahl-de-by-11. Einwohnerzahlen – Stand: 31. Dezember 2024. (PDF; 4,1 MB) Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke in Bayern – Basis: Zensus 2022. In: statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt fĂŒr Statistik, Juni 2025, abgerufen am 15. August 2025 (Hilfe dazu).
cite-note-22. ↑ Gemeinde Wallgau in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 8. Januar 2018.
cite-note-33. ↑ Gemeinde Wallgau, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium fĂŒr Digitales, abgerufen am 18. Dezember 2021.
cite-note-44. ↑ Die lateinischsprachige Quelle spricht von “pagum desertum quem Uualhogoi appellamus” (deutsch: „einen verlassenen Bezirk, den man Uualhogoi nennt“). Vgl. Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon bayerischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck, MĂŒnchen 2006, ISBN 3-406-55206-4.
cite-note-geschichte-55. ↑ Ortsgeschichte von Wallgau. In: alpenwelt-karwendel.de. Alpenwelt Karwendel, abgerufen am 24. Februar 2012.
cite-note-66. ↑ Gerhard Kriner: Von Gervn zu KrĂŒn, von der Schwaige zum Dorf. Gemeinde KrĂŒn, KrĂŒn 1994, S. 59.
cite-note-77. ↑ BHStA, KL Benediktbeuern 32
cite-note-88. ↑ „Fahr ma obi am Wasser“: Isartal spielt zentrale Rolle. In: merkur-online.de. MĂŒnchener Zeitungs-Verlag GmbH & Co. KG, 22. August 2017, abgerufen am 11. Juni 2024.
cite-note-99. ↑ Gerhard Kriner: Von Gervn zu KrĂŒn, von der Schwaige zum Dorf. Gemeinde KrĂŒn, KrĂŒn 1994, S. 157–158.
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